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Interview mit Stefan Schorno, dessen Foto «Kuh oder Gletscher?» beim CEWE Photo Award 2021 unter den TOP 30 gelandet ist.

«Die Schweiz ist einfach ‹beautiful›!»
«Kuh oder Gletscher?» von Stefan Schorno
«Kuh oder Gletscher?» von Stefan Schorno

Mit 606’289 Einreichungen wurde der CEWE Photo Award erneut zum grössten Fotowettbewerb der Welt. Allein aus der Schweiz wurden über 24'000 Fotos eingereicht. Fünf davon haben es unter die Top 30 der Welt geschafft – darunter «Kuh oder Gletscher?» von Stefan Schorno. Im Interview erzählt der Zürcher, warum 2020 trotz abgebrochener Auszeit in Mittel- und Südamerika für ihn ein tolles Jahr war, das die Augen für schöne Motive in der Heimat geöffnet hat.

Fotograf Stefan Schorno, © Stefan Schorno
Fotograf Stefan Schorno, © Stefan Schorno

Herr Schorno, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch! Stellen Sie sich doch kurz vor.

Ich bin Stefan Schorno und wohne mit meiner Partnerin in Zürich. Ich arbeite als IT Business Analyst bei einer Versicherung im Raum Zürich. Beruflich habe ich also gar nichts mit Fotos zu tun.

Wie kam es dazu, dass Sie beim CEWE Photo Award mitgemacht haben?

Das ist eine gute Frage, ich habe zuvor noch nie bei einem Fotowettbewerb mitgemacht. Eigentlich hatte ich letztes Jahr eine Auszeit in Zentral- und Südamerika geplant. Wir waren sogar schon am Reisen, doch leider mussten wir aufgrund der Pandemie ganz abrupt abbrechen und aus Panama heimreisen. Dann hatte ich zwei Optionen: Entweder gehe ich wieder arbeiten oder ich mache meine Auszeit einfach in der Schweiz weiter.

Also haben wir vermehrt Zeit in den Schweizer Bergen verbracht und mich intensiver mit der Fotografie beschäftigt. Ich habe schon immer gerne fotografiert, aber nie so intensiv wie im letzten Jahr. So sind einige schöne Fotos entstanden. Da habe ich mir gedacht, die könnten doch zu einem Fotowettbewerb passen. Natürlich habe ich nicht damit gerechnet, dass mein Foto so gut ankommt!

Es ist ja ein sehr spannendes Motiv. Erzählen Sie uns von der Kuh – wie ist dieses Foto entstanden?

Das war auf einer viertägigen Hüttenwanderung im Bündnerland. Wir waren kurz vor der zweiten Hütte, der Kesch-Hütte. Man läuft dort das Tal entlang und hat den Piz Kesch vor sich. Unterhalb war eine Kuh-Herde. Da habe ich mir gedacht, so eine Kuh vor dem Piz Kesch, das wäre sicher ein tolles Motiv. Wir sind dann etwas näher herangegangen und haben uns die Kühe mal angeschaut. Wir sind uns nicht ganz einig, wer die Idee mit dem Gletscher zuerst hatte – meine Partnerin oder ich. Mit X Aufnahmen habe ich dann herumprobiert, bis es vom Verlauf her gestimmt hat.

Und die Kuh hat sich bereitwillig dort hingestellt oder mussten Sie nachhelfen?

Wir haben uns Zeit genommen und einfach gewartet, bis sie noch ein kleines Stück gegangen ist. Und dann hat es perfekt gepasst – wir mussten sie nicht hinlocken oder so (lacht).

Warum repräsentiert das Foto für Sie das Wettbewerbsmotto «Our world is beautiful»?

Die Schweiz ist einfach «beautiful» und das Foto zeigt viele Aspekte, für die die Schweiz bekannt ist: Gletscher, Berge und natürlich die Kuh. Noch dazu ist es bei einer Wanderung entstanden, das ist für mich Schweiz pur. Gerade vor dem Hintergrund unserer abgebrochenen Reise zeigt es für mich, dass unsere Welt überall schöne, fotografierenswerte Motive bereithält.

Was bedeutet das Foto für Sie?

Ich habe das Bild ja schon vor einiger Zeit auf meinen Instagram-Kanal (@stef_scho) geladen und direkt gemerkt, dass es ein Vielfaches der üblichen Likes bekommen hat. Durch den CEWE Photo Award hat es für mich noch an Bedeutung gewonnen. Es repräsentiert für mich das Jahr 2020: Das Jahr ist mit der Auszeit so gut gestartet und dann gab es diesen Dämpfer, als wir die Reise abbrechen mussten. Aber in der Nachbetrachtung, mit allem was ich 2020 noch erlebt habe, war das für mich ein geniales Jahr. Und das Foto steht für mich für all das. Ein Jahr, das trotz all den Widrigkeiten ein gutes und schönes Jahr war.

Hinzu kommt, dass meine Partnerin und ich in diesem Jahr extrem viel gemacht und gemeinsam erlebt haben. Das war nicht nur diese eine Wanderung, sondern noch viele mehr. Mit dem Foto werden wir uns immer an diese spezielle Zeit zurückerinnern.

Was gefällt Ihnen selbst am besten an Ihrem Foto?

Das ist sicherlich die Idee dahinter. Gerade mit dem Titel «Kuh oder Gletscher?» zeigt es einen gewissen Humor – das ist denke ich auch das Besondere daran. 

Beim CEWE Photo Award wurden ja über 600’000 Fotos eingereicht – was bedeutet es für Sie, unter den Top 30 gelandet zu sein?

Ich kann das gar nicht so richtig realisieren. Es ist… ich hätte nie damit gerechnet. Ich finde es gibt beim CEWE Photo Award so viele, wunderschöne und technisch perfekt umgesetzte Fotos. Bei meinem Foto ist es das Motiv, das besonders ist und das einen vielleicht zum Schmunzeln bringt. Vielleicht ist es auch ein bisschen ein Glückstreffer gewesen, ein glücklicher Moment. Es ist wirklich genial, dass das Foto so weit vorne gelandet ist und das motiviert mich, die Kamera weiterhin mit auf meine Wanderungen und Touren zu nehmen.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihren Gewinn reagiert?

Es gab Gratulationen von allen Seiten. Gerade wenn man sieht, dass 600'000 Fotos weltweit eingereicht wurden… da war die Begeisterung bei meiner Familie und meiner Partnerin gross. Auch im Freundeskreis, da stösst man natürlich schon mal auf den Erfolg an (lacht).

Begleiten Ihre Kollegen Sie manchmal zum Fotografieren oder sind Sie lieber alleine unterwegs?

Auf Fototour gehen wir nicht unbedingt, wir gehen aber gerne zusammen in den Bergen wandern. Ab und zu müssen sie halt auf mich warten, wenn ich wieder ein Motiv entdeckt habe, das ich gerne festhalten möchte. Da wird manchmal der Abstand zu einander ein bisschen grösser und dann muss ich mich beeilen, um den wieder aufzuholen (lacht).

Gehen Sie selbst gezielt auf Fototour?

Zu 90% gehe ich wandern und nehme die Kamera mit. Es ist eher selten, dass ich gezielt auf Fototour gehe. Für mich ist die Fotografie eng mit dem Wandern verknüpft. Gerade bei meinem «kopflastigen» Beruf ist das Wandern und Fotografieren für mich eine tolle Kombination aus Bewegung und Kreativität. Es ist ein sehr schöner Ausgleich.

Wie sind Sie denn zu Ihrer ersten Kamera gekommen?

Ich habe schon immer gerne auf Reisen und in den Ferien fotografiert. Auf einer Amerika-Reise hatte ich dann ein Motiv, das ich nicht so einfangen konnte wie ich gerne wollte – das war für mich das Zeichen, dass ich mir eine gute Kamera kaufen sollte.

Als ich sie dann hatte, hat sich das ganz schnell entwickelt: Wenn man mehr Möglichkeiten hat, möchte man natürlich auch mehr ausprobieren. Und mittlerweile ist die Fotografie, vor allem in Kombination mit dem Wandern, mein Hobby.

Was machen Sie aus Ihren Fotos?

Wenn es in die Wohnung passt und für mich eine Bedeutung hat, dann lasse ich ein Foto als Wandbild drucken.

Einige Fotos habe ich auch schon verschenkt, zum Beispiel an meine Familie. Als wir von unserer Reise zurückgekommen sind, mussten wir erstmal ein paar Monate ins Ferienhaus meiner Eltern ausweichen, weil unsere Wohnung noch untervermietet war. Da habe ich dann einige schöne Fotos und Videos des Hauses für sie gemacht, die Fotos drucken lassen und sie ihnen geschenkt. Sie haben sich riesig gefreut.

Und seit einigen Jahren lade ich die Fotos zudem auf meinen Instagram-Account (@stef_scho) hoch.

Welchen Wert hat für Sie ein gedrucktes Foto im Vergleich zu den Fotos auf der Festplatte?

Es ist einfach anders, wenn man das in den Händen hält und das Material fühlt. Es gibt dem Foto mehr Bedeutung. Man hat sich ja auch eine gewisse Mühe gemacht, denn man hat das Foto nicht einfach auf der Festplatte gelassen sondern es zum Beispiel auf Leinwand gedruckt. Das gibt einem Foto einen zusätzlichen Wert, eine zusätzliche Bedeutung.

Die Bilder, die in meiner Wohnung hängen sind nicht nur Dekoration, es sind auch Erinnerungen. Man druckt ja vor allem die Fotos, die eine besondere Bedeutung oder eine Geschichte haben.

Eine Frage zum Schluss: Was ist Ihr Rat für Fotografie-Anfänger?

Ich sehe mich selbst nicht als Foto-Experten (lacht). Aus meiner Sicht ist es gerade am Anfang nicht so wichtig, die beste Technik oder das teuerste Equipment zu haben. Man kann klein anfangen. Einfach die Kamera so oft es geht mitnehmen und «fötele, fötele, fötele».

Vielen Dank für das Interview!

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